Wörtlich übersetzt heißt Chronograph oder Chronograf einfach „Zeitschreiber“. Dieser Begriff wird für Uhren mit Stoppfunktion verwendet. Heute benutzt man ihn häufig als modischen Namen für eine Armbanduhr, die zwar eine Stoppfunktion besitzt, aber als gewöhnliche Uhr dienen soll. Als Chronograf werden auch Instrumente und spezielle Schreiber zur grafischen oder digitalen Registrierung der Sterndurchgänge bei der astro-geodätischen Zeitbestimmung bezeichnet. Man unterscheidet je nach technischem Prinzip Band und Druckchronographen.
Seit dem Jahre 1800 gab es schon einige Taschenuhren mit einem stoppbaren Sekundenzeiger. Der Nachteil war, dass das komplette Uhrwerk stehen blieb, wenn man stoppen wollte. Im Jahre 1821 wurde der erste Chronograph von einem Franzosen mit dem Namen Rieussec erfunden. Ein Jahr später meldete er den Chronographen als Patent an. Das Zifferblatt drehte sich und ein Schreiber, der darauf aufsaß, schrieb die gemessenen Zeiten als kleinere oder größere Striche auf. Im Jahre 1831 entwickelte ein österreichischer Breguet Mitarbeiter namens Joseph Thaddäus Winnerl die erste Uhr mit einem Sekundenzeiger, den man separat stoppen konnte. Winnerl erfand auch einen Chronographen mit zwei Sekundenzeigern, die nacheinander gestoppt werden konnten. Die gemessene Zeitspanne musste als Differenz errechnet werden. Für diesen Vorgang müssen in der Uhr zwei separate, aber miteinander gekoppelte Stoppmechanismen vorhanden sein. Diesen Mechanismus nennt man auch „Nachspringende Sekunde“. 1844 stellte ein Franzose namens Adolphe Nicole das sogenannte Nullstellherz vor. Eine auf der Welle des Sekundenrades mit dem Zeiger befestigte herzförmige Scheibe, ermöglichte das Rückstellen des Zeigers auf Null mit einem Knopfdruck. Im Jahre 1862 stellte er der Öffentlichkeit die erste voll taugliche Taschenuhr mit Chronograph vor, die er mit seinem Mitarbeiter Piguet entwickelte. Erst im Jahr 1880 entwarf August Baud den heute gängigen Zustazmechanismus für den Stoppzeiger. Erst seit 1930 setzten sich Armbanduhren mit zwei Drückern durch, einer zum stoppen und starten und einer zur Nullstellung. 1970 wurde dieser Mechanismus weitgehend verdrängt, da die Quarzuhren zu dieser Zeit billiger waren und bessere Funktionen bieteten. Seit Mitte der 1980er Jahre setzt eine Renaissance in der Fertigung hochwertiger mechanischer Chronographen durch Firmen wie Chronoswiss ein.
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